18.08.2011

Vom Orientierungsjahr zur Altenpflegeausbildung

Andre Langhoff findet über Orientierungsjahr den Weg in die Pflege

Andre Langhoff ist einer der Menschen, die auf dem zweiten Weg ihr Glück finden. Das Glück ist in diesem Fall die Altenpflege. Seit April absolviert er im Seniorenzentrum Waldstadt in Iserlohn eine Ausbildung. Sein Weg dorthin war unüblich – denn eigentlich machte er mal etwas ganz anderes. Im Orientierungsjahr Pflege beim Forum Gesundheit entdeckte er sein Faible für Menschen.

Andre Langhoff wollte eigentlich Schlosser werden. Doch noch in der Ausbildung merkte er, dass der Beruf nichts für ihn ist. „Ich vermisste den Kontakt zu anderen Menschen“, schildert der heute 30-Jährige. Christian Weil von der Geschäftsstelle Schwerte des Jobcenters Kreis Unna erinnert sich noch sehr gut an das erste Gespräch, das er mit dem jungen Mann führte: „Herr Langhoff hatte eine klare Vorstellung davon, wo er hin will.“ Um zu schauen, ob die Pflege wirklich etwas für ihn ist, machte der Jobberater seinem Kunden einen Vorschlag: Im Orientierungsjahr Pflege beim Forum Gesundheit können Interessierte testen, ob eine Arbeit in Krankenhaus oder Seniorenheim etwas für sie ist – „und dies ohne eine vertragliche Bindung mit einem Arbeitgeber“, wie Christian Weil ergänzt. Die Arbeitsvermittler loben das Instrument. Schließlich hilft es, einem Ausbildungsabbruch vorzubeugen. Dass diese nicht ganz selten sind, zeigt die Statistik: Rund 30 Prozent aller Berufsausbildungen werden vorzeitig abgebrochen.
Für Andre Langhoff war das Orientierungsjahr Pflege eine ideale Möglichkeit, einem potenziellen Arbeitgeber seine Fähigkeiten und seine Motivation zu zeigen. Denn neben den theoretischen Unterrichtseinheiten im FORUM Gesundheit absolvieren die Teilnehmer den praktischen Teil bei Altenheimen oder ambulanten Pflegediensten – im Fall des ehemaligen Schwerters, der jetzt in die Nähe seiner neuen Arbeitsstätte gezogen ist, war es das städtische Seniorenzentrum Waldstadt in Iserlohn. Bereits nach einem knappen halben Jahr bot ihm die Einrichtung eine Ausbildungsstelle an. Andre Langhoff hatte überzeugt. Roland Klemt, Teamleiter in der örtlichen Geschäftsstelle des Jobcenters, kennt diese positiven Entwicklungen: „Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit, Fleiß und Motivation sind für den Einsatz im Pflegeberuf unerlässlich. Für Arbeitgeber sind sie ein ganz entscheidendes Kriterium“, schildert der Teamleiter. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, hat gute Chancen: Der Bedarf an Arbeitskräften im Pflegekräften steigt ständig.

Für Jutta Oppermann, die als Bereichsleiterin beim Forum Gesundheit das Orientierungsjahr auf den Weg gebracht hatte, bringt die Qualifizierungsmaßnahme noch einen weiteren Effekt: „Die Teilnehmer werden in Unterrichtsblöcken über rund 370 Stunden unterrichtet und erlernen pflegerische Inhalte, was ihnen in einer anschließenden Ausbildung oder Anstellung zugute kommt.“
In der nächsten Woche sind die Prüfungen der derzeitigen Teilnehmer des Orientierungsjahres, von denen einige direkt in eine Ausbildung gehen oder einen festen Arbeitsplatz gefunden haben.
Wer sich für das Orientierungsjahr Pflege interessiert: Nächster Kursbeginn ist der 1. September. Bewerbungen für diesen Kurs werden noch berücksichtigt.

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